Die drei Glocken der St. Severinus-Kirche in Mittelhausen

Die Grundlage für das Ertönen der Glocken in einem Kirchturm ist eine Läuteordnung. Sie ist aber nicht fest und starr; in Riethnordhausen ist sie etwas anders als hier in Mittelhausen. Die Glocken rufen zum Gottesdienst oder künden vom Tod eines Angehörigen unserer Dorfgemeinschaft. Am Sonnabend läuten die Glocken zur Winterzeit um 17:00 Uhr und im Sommer um 18:00 Uhr den Sonntag ein. An Arbeitstagen ertönt ein Feierabendgeläut um 18:00 Uhr. Die ursprünglichen  Bronzeglocken wurden während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen und entstanden 1918 /1923 als kleine und mittlere Glocke aus Eisenhartguss. Die große Glocke wurde 1960 gegossen, alle kommen übrigens von der Apoldaer Firma Schilling & Lattermann.

Gern möchte ich die drei Glocken erklären:

Glocke 1_groß.JPG
DSCF0717.JPG
DSCF0715.JPG

Links ist die Glocke 1 zu sehen, es ist die große Glocke. Oben umlaufend steht der

Text; "LAND LAND LAND HÖRE DES HERRN WORT". Ihre Tonhöhe ist fis'. 

Meistens ist sie im vollen Geläut, also im Dreiklang zu hören. Wenn sie allein zu hören ist, dann ist der Anlass traurig: Auf seinem letzten Gang für Verstorbene bis hin zur Ruhestätte wird sie dann geläutet.

Die Glocke wurde 1960 von Schilling & Lattermann in Apolda aus Eisenhartguss gegossen. Auf der Seite zur Kleinen Gasse steht geschrieben:

                                           GEGOSSEN AUS SPENDEN

                                               DER KIRCHGEMEINDE

                                                     MITTELHAUSEN

                                                             AD 1960

Hier sehen Sie links die Glocke 2, die mittlere Glocke. Ihre Tonhöhe ist ais'.  Oben ist zu lesen: "DEM DIENSTE GOTTES GEWEIHT". Auf der Vorderseite ist zu lesen:

                                             UMGEGOSSEN 1923

          Gegenüber auf der Seite zur Kleinen Gasse ist der Text mittig lesbar: 

                                     GEMEINDERAT MITTELHAUSEN  1918

  B. BLAU VORS. H. KLAPPRODT BGMSTR. R. ELLINGER . B. STELLO . B. VOCKE

 A. HÄRTER . L. SCHMIDT . H. ZIEHM . A. REMDE . O. SCHARF . R. WOHLFAHRT

Eine Viertelstunde vor dem Gottesdienst erklingt sie für fünf Minuten allein; während des Gottesdienstes ist sie während der Einsegnung zu hören.

Die Glocke 3 sehen wir nun. Gemessen am Kammerton a' [=435 Hz. liegt die Tonhöhe bei cis''.  Oben umlaufend steht geschrieben:

                                           GEGOSSEN IN EISERNER ZEIT

Die Unterlagen schwanken in ihren Angaben zwischen 1918 und 1919. 30 Minuten vor dem Beginn des Gottesdienstes wird sie allein geläutet. Als Taufglocke erschallt sie während eines Taufgottesdienstes.